Persönliche Stellungnahme von Stadtrat Sing (BUS), in der letzten Ratssitzung 2016

Große viergeschossige Ferienanlage am Thermalbad geplant.

Bauherr ist Unternehmer und Stadtrat Kurt Harsch

Seit dem 10. Oktober 2016 wurde das Thema Ferienanlage am Thermalbad von Bürgermeister Burth viermal auf nichtöffentliche Gemeinderatssitzungen gesetzt. In der letzten öffentlichen GR-Sitzung vor Weihnachten, am 19.12.2016, wurde erstmals öffentlich dieses Thema, als letzter Tagesordnungspunkt (TOP) als „Bebauungsplan Hofgarten - 3. Änderung“ behandelt. Ist dieser TOP als Ferienanlage für den Bürger transparent nachvollziehbar? Geplant ist eine viergeschossige Ferienanlage mit 120 Betten und Zugang zum Thermalbad. Gebaut werden soll die Anlage von Kurt Harsch, der gleichzeitig CDU-Stadtrat und Betreiber der Schwaben Therme ist.


Ich stimmte gegen den Bebauungsplan „Hofgarten - 3. Änderung - Ferienanlage“, weil dieser Plan nicht dem Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung entspricht. Naturschutz- und städtebauliche Belange kommen bei dieser Planung nicht zum Tragen. In diesem sensiblen Bereich des Sondergebietes Park, Klinik und Thermalbad ist ein Gebäude dieser Dimension falsch positioniert. Der Antragsteller hätte Grundstücke im Bereich der Thermalbadparkplatzes oder im Bereich des Vitahotels, die weniger Konfliktpotentiale zum Park und zu den Anwohnern darstellen.

Bisher wurde einem Bebauungsplan mit 25 Fremdenzimmer und 35 Ferienwohnungen am Ferienhof Tiergarten in Aulendorf zugestimmt. Eine weitere Ferienwohnanlage mit 120 Betten (60 Wohnungen) übersteigt, meiner Einschätzung nach, den wirklichen Bedarf in Aulendorf. Eine Ferienanlage wird den wirtschaftlichen Betrieb einer Schwaben-Therme mittelfristig nicht sichern, da nahezu alle Thermen der Region, ohne Unterstützung, nicht wirtschaftlich zu betreiben sind.

Bereits viermal hat der Gemeinderat nichtöffentlich die Ferienanlage diskutiert. Es ist intransparent, wenn in der heutigen öffentlichen Sitzung fast nichts dazu gesprochen wird. Rechtlich und demokratisch ist diese Vorgehensweise fraglich.


Aulendorf, den 19.12.2016,
Bruno Sing, BUS-Gemeinderat